Samstag, 14. September 2013

Feuchtgebiete





Skandalbücher werden gern verfilmt aber meist nimmt man ihnen dann doch alle ihre Skandalmomente und verändert diese soweit, dass sie viel Harmloser und anders sind als ihre Buchvorlage, wie bei „Unter Null“ oder „American Psycho“. Doch bei „Feuchtgebiete“ hält man sich wirklich nah der Vorlage und das hat es in sich. Denn so erleben wir wirklich fast alle Momente aus dem Buch was die Skandale ausgelöst haben. Hier ist wirklich alles so bildhaft dargestellt, wie man es selten kennt. Zuletzt vielleicht aus „Das Parfüm“, was ähnliche filmische Mittel genutzt hat, um uns das beschriebene im Buch zu zeigen. 

Es geht schon bei der Hauptdarstellerin Carla Juri los, diese spricht fast wie Charlotte Roche, so denkt man immer wieder das Sie uns alles erzählt. Denn was viele vergessen, „Feuchtgebiete“ ist auch ein knallhartes Familie Drama um Depressionen und Eltern, die nicht wirklich liebe zeigen konnten. So erlebt man alles wie ein Faustschlag mitten ins Gesicht, wenn hier von Skandalszenen zu ernstem Drama gewechselt wird und zurück. Dies ist auch optisch eine Wucht, wie schon angesprochen nutzt man wie bei „Das Parfüm“ Nahaufnahmen für bestimmte Dinge und andere ausgefallene Kameraeinstellungen um dies zu verdeutlichen.

Man braucht einen starken Magen für den Film, denn er geht sehr Explicit mit allem um und man muss sich auf einiges gefasst machen, in einer Skandalszene kann man sogar den legendären deutschen Pornodarsteller Conny Dachs entdecken.

„Feuchtgebiete“ ist wahrscheinlich der beste deutsche Film seit langen und eine verdammt gute Buchverfilmung, die sich wirklich nah am Buch hält und uns auf eine Achterbahn Fahrt zwischen Skandalszenen und Drama schickt.